Das „Ta-ta-ta-taaaa“-Intro der 5. Sinfonie ist wohl jedem geläufig. Zahlreiche Biogrfien über das Leben und Schaffen Ludwig van Beethovens füllen Regale und versuchen, dem Genie gerecht zu werden. Fest steht: Einen Kultstatus erreichte er schon zu Lebzeiten, obwohl er als Mensch widersprüchlich bleiben sollte.

Im nächsten Jahr jährt sich der Geburtstag von Ludwig van Beethoven zum 250. Mal. Das wird in Österreich gefeiert, mit den meisten Schwerpunkten in Wien und Niederösterreich. Die Palette reicht von Konzerten berühmter Orchester über Ausstellungen bis hin zu verschiedenen Veranstaltungen. Zudem lasst sich auf Spaziergängen auf den Wegen des Genies wandeln, ob real oder interaktiv mit einer Audio-Augmented-Reality-Brille. Selbst ein restauriertes Klavier kehrt zurück und ist in Baden bei Wien zum ersten Mal wieder zu hören.

Ludwig van Beethoven, Litographie um 1860, Rollettmuseum, Staetische Sammlungen Baden
© Stadtgemeinde Baden

Leben und Werke

Der berühmte Komponist wurde 1770 in Bonn geboren. Den Musikunterricht erteilte Ludwig van Beethoven sein Vater. Schon im jugendlichen Alter komponierte er und gab Konzerte. Seine erste Studienreise nach Wien erfolgte 1787, denn er sollte zu diesem Zeitpunkt Schüler von Wolfgang Amadeus Mozart werden. Dazu kam es nicht, da seine Mutter verstarb. Später empfahl ihm Josef Haydn, erneut nach Wien zu reisen. Er folgte dem Rat und wurde in der heutigen Bundeshauptstadt ansässig. Das Musikgenie fand rasch die Unterstützung von adeligen MusikliebhaberInnen und kletterte als Klaviervirtuose und Improvisator die Karriereleiter hoch. Ein Gehörleiden beeinträchtigte ihn Zeit seines Lebens, der Rest ist Geschichte. Beethoven hat hunderte Werke hinterlassen, darunter Sinfonien, Klavierkonzerte, Streichquartette und die Oper Fidelio. Einige seiner berühmten Musikstucke scheinen zeitlos zu sein, wie die bereits genannte 5. Sinfonie und deren Intro oder die „Neunte“, bekannt als „Freude schöner Götterfunken“. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen …

Beethoven in Wien

Die Stadt Wien widmet dem Musikgenie ein umfassendes Jubiläumsjahr. Ludwig van Beethoven hat 35 seiner 57 Lebensjahre hier verbracht.

Konzerte

Einige Highlights Wiener Orchester oder von Musikinstitutionen seien hier genannt. Die Wiener Philharmoniker starten im Herbst 2019 einen Beethoven-Zyklus im Gustav-Mahler-Saal der Wiener Staatsoper. Die Wiener Symphoniker lassen mit zahlreichen Aufführungen im Wiener Konzerthaus aufhorchen. Sie eröffnen z. B. mit Beethovens 9. Symphonie am Neujahrstag und schließen mit ihr zu Silvester 2020. Der Musikverein feiert das 150-Jahr-Jubiläum des Hauses und zugleich Beethovens Geburtstag mit rund 80 Konzerten allein bis Juni 2020.

Oper

Bekannterweise schrieb Beethoven nur eine Oper: Fidelio. Am Spielplan der Wiener Staatsoper steht diese in fast jeder Saison am Programm. 2020 allerdings gibt es die Gelegenheit, die Oper in der Urfassung zu erleben. Ein weiterer Schauplatz ist das Theater an der Wien. An diesem Ort arbeitete und lebte Beethoven sogar einige Zeit. Hier sind Vorträge zu hören, in Kooperation mit der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Ausstellungen

In der Österreichischen Nationalbibliothek stehen ab dem Frühjahr 2020 im Prunksaal Briefe und Handschriften aus Werken Beethovens zur Ansicht bereit. Es gibt unter anderem Seiten aus der 9. Symphonie zu sehen sowie den Autograf von Beethovens einzigem Violinkonzert (op. 61). Die Ausstellung trägt den Titel: „Beethoven. Menschenwelt und Götterfunken“. Das Kunsthistorische Museum in Wien rüstete sich ebenfalls mit einer umfassenden Schau: „Beethoven. Die Ausstellung“. Über 120 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen stellen eine Beziehung zur Musik und der Person Beethovens her.

Spaziergänge

Wer auf Beethovens Wegen wandeln möchte, hat dazu hinreichende Gelegenheiten. Es sind Orte seiner Triumphe und Verzweiflung dabei. Eine der Stationen ist z. B. die österreichische Akademie der Wissenschaften. Hier feierte Beethoven einen großen Erfolg mit der Uraufführung seiner 7. Symphonie und seines symphonischen Werkes „Wellingtons Sieg in der Schlacht bey Vittoria“, die er selbst dirigierte. Das Haus der Musik bietet Hörerlebnisse auf vier Etagen. In der Secession befindet sich Gustav Klimts Beethovenfries, 34 Meter lang und zwei Meter hoch, eine Hommage an den Meister. Wer einen Spaziergang der anderen Art erleben möchte, sollte die brandneue Sonnenbrille von Bose ausprobieren. Diese kann in der Tourist-Info am Albertinaplatz gratis ausgeliehen werden und macht Beethovens Wien zu einem ganz besonderen Sound-Erlebnis. Dabei handelt es sich um eine Audio-Augmented-Reality-Brille, in der Ludwig van Beethoven persönlich durch Wien führt.

Beethoven Museum

Noch ein Tipp: In einer Stätte, in welcher der Komponist unter anderem in Wien lebte, ist heute das Beethoven Museum untergebracht. Es befindet sich im 19. Bezirk, der zu Lebzeiten des Meisters noch „am Land“ war. In 14 Räumen gibt es zahlreiches Wissenswertes, Skurriles und Berührendes zu entdecken, z. B. kann man bei Hörstationen Beethovens schwindendes Hörvermögen nachempfinden. Das führt uns direkt nach Baden in Niederösterreich.

Niederösterreich würdigt Beethoven

In der kaiserlichen Kurstadt Baden bei Wien suchte der berühmte Komponist nach Heilung seiner zahlreichen Leiden. Er verbrachte 15 Sommer in Baden und bewohnte viele Wohnungen, davon in den Jahren 1821, 1822 und 1823 im heutigen Beethovenhaus, welches damals noch „Kupferschmiedhaus“ hieß. Was vielleicht nicht so bekannt ist: Im Sommer 1823 war Beethoven intensiv mit dem Komponieren seiner 9. Symphonie beschäftigt. Er traf am 17. August in Baden ein und bezog erneut die Räumlichkeiten, wo große Teile am vierten Satz der Neunten entstanden. Vielen BadenerInnen ist es als „Haus der Neunten“ in Erinnerung. Es wird seit 1985 auch das Haus der heutigen Europahymne genannt. Seit Herbst 2014 ist das Beethovenhaus zu einem Museum umgewandelt. Ein weiteres Highlight setzte sich die Stadt Baden: die Restaurierung des „Beethoven-Klaviers“. Das historische Hammerklavier sollte anlässlich des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens wieder spielbar gemacht werden. Das gelang nach einer erfolgreichen Spendenaktion und Unterstützung des Landes Niederösterreich. Am 24. November 2019 soll es so weit sein und das wertvolle Musikinstrument ist erstmals wieder in Baden zu hören. Im Casino Baden steht ein Konzert mit Gottlieb Wallisch auf dem Programm. Danach übersiedelt das Klavier in das Kaiserhaus Baden, in dem die Ausstellung „Mythos Ludwig van“ stattfindet. Fest steht: Baden feiert seinen berühmten Kurgast Ludwig van Beethoven ausgiebig.

Hammerklavier aus der Werkstatt Conrad Graf, 1818 (Beethovenhaus Baden)
© Thomas Magyar

Hilfreiche Links zu Beethoven 2020: http://www.wien.info/de/musik-buehne/beethoven-2020; http://www.beethovenhaus-baden.at; http://www.kaiserhaus-baden.at

Sabine Wolfram, ROTWEISSROT 2/2019

2 Kommentare
  1. Richard Payer 3 Monaten ago

    Toller Artikel zu einem faszinierenden Artikel. Schade, dass ich zu wenig Zeit habe, mich ausgiebiger mit Beethoven zu beschäftigen.

  2. Thomas Payer 2 Monaten ago

    Hallo Richard, mir geht es ähnlich! Aber bei den vielen Veranstaltungsangeboten in diesem Jubiläumsjahr wird sich doch sicher was einrichten lassen!! 🙂
    VG aus Hannover

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