Seit dem Sommer 1945 steht das European Forum Alpbach für den Glauben an ein friedliches, offenes und zukunftsfähiges Europa. Gegründet in einer Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde Alpbach zu einem Ort, an dem Studierende, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Vordenkerinnen und Visionärinnen zusammenkamen, um eine zentrale Frage zu stellen: Was für ein Europa wollen wir?

Fireside Talk mit ehem. Justizministerin Alma Zadic (GRÜNE) ©EFA/Elisabeth Mandl

Inmitten der politischen Unsicherheit und gesellschaftlichen Erschütterung entstand ein Forum, das seither unzählige Menschen inspiriert hat. Es wurde zu einem Raum für kritisches Denken, für den Dialog über Grenzen hinweg und für den gemeinsamen Entwurf einer besseren Zukunft. Was als intellektueller Gegenentwurf zu Totalitarismus und Gewalt begann, hat sich über acht Jahrzehnte zu einem Ort für Wandel und Zusammenarbeit entwickelt.

80 Jahre EFA ist deshalb nicht nur ein Jubiläum, sondern auch ein neuer Aufbruch. Denn Europa steht erneut vor großen Herausforderungen. Der technologische Wandel, geopolitische Spannungen, die ökologische Krise und wachsende gesellschaftliche Polarisierung stellen die Grundfesten unseres Zusammenlebens auf die Probe. Umso wichtiger ist es, den europäischen Dialog weiterzuführen – über Generationen, Disziplinen und Grenzen hinweg.

©EFA/Luiza Puiu

Gerade jetzt braucht es Räume für konstruktiven Austausch, mutige Ideen und den festen Willen zur Zusammenarbeit. Das Jubiläum ist ein Moment der Reflexion und zugleich ein Aufruf an alle Generationen, sich aktiv an der Gestaltung Europas zu beteiligen.

Jubiläumsfeier und Rückblick auf 1948

Gemeinsam mit der Bevölkerung feierten die Verantwortlichen des Europäischen Forums Alpbach am 4. November das 80-jährige Bestehen der Veranstaltungsreihe. Auch künftig soll Alpbach weiterhin fixer Tagungsort bleiben. Bei der Jubiläumsfeier standen vor allem Erinnerungen aus acht Jahrzehnten Forumsgeschichte im Mittelpunkt. Der heute 97-jährige Hannes Kar blickte dabei auf seine Teilnahme im Jahr 1948 zurück, als das Format noch als Internationale Hochschulwochen bekannt war.

©EFA/Andrei Pungovschi

Die Verständigung kurz nach dem Zweiten Weltkrieg sei eine prägende Erfahrung gewesen, erzählt Kar. Damals sei in vier Sprachen gearbeitet worden – Italienisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Es habe zwar nur einen einfachen, aber sehr effektiven Dolmetschdienst gegeben. Dem Grundgedanken der Verständigung zwischen dem Bergdorf und der Welt sei man bis heute treu geblieben, betont Othmar Karas, Präsident des Europäischen Forums Alpbach und ehemaliger Vizepräsident des Europäischen Parlaments. Das Forum erfülle nach wie vor seinen ursprünglichen Anspruch von 1945: eine Antwort auf die komplexen Herausforderungen der Zeit zu sein – interdisziplinär, generationenübergreifend, demokratisch, überparteilich und europäisch.

Auch in Zukunft wolle man gemeinsam mit der Region daran festhalten, betont Thomas Kahn, Geschäftsführer des Congresszentrums. Natürlich gebe es immer wieder Diskussionen und Gerüchte, doch grundsätzlich sei man eng mit Alpbach verbunden. Mit Präsident Karas habe sich die Zusammenarbeit noch weiter vertieft. Er könne mit Überzeugung sagen, dass die Zukunft des Forums in Alpbach gesichert sei. Der aktuelle Kooperationsvertrag läuft noch bis 2029 – und auch darüber hinaus soll das Europäische Forum Alpbach ein Ort des Austauschs bleiben.

Quellen: European Forum Alpbach | 80 years of EFA | 80 Jahre Europäisches Forum Alpbach – tirol.ORF.at

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