Die österreichische Möbelhandelskette Kika/Leiner, die sich derzeit in einem Sanierungsprozess befindet, hat angekündigt, sich künftig als „kikaLeiner“ zu präsentieren. Dieser Schritt erfolgt, nachdem die Mehrheit der Gläubiger Ende September den vorgeschlagenen Sanierungsplan angenommen hat. Das Unternehmen wird seinen Neustart nach der Insolvenz mit 1.953 Mitarbeitern (entsprechend 1.770 Vollzeitäquivalenten) in 17 Möbelhäusern, Logistikstandorten, Restaurants und der Zentralverwaltung angehen. Die Umbenennung in den ehemaligen kika- und Leiner-Standorten wird vorerst nicht durchgeführt.

„Unser Ziel ist es, kikaLeiner in der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderung zu stabilisieren und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen“, erklärte Volker Hornsteiner, Mitglied der Geschäftsleitung der Leiner & kika Möbelhandels GmbH, zuständig für Vertrieb, Human Resources, Marketing und Kommunikation. „In drei Jahren möchten wir, dass die Leute nicht mehr über das Jahr 2023 und den Sanierungsprozess sprechen, sondern nur über kikaLeiner, das zwar kleiner, aber besser ist als je zuvor“, fügte er hinzu.

Das Stammhaus von Leiner am Rathausplatz in Sankt Pölten, links die relativ getreue Orginalbeschriftung. Foto: AleXXw 

Die Möbelhandelskette plant, verstärkt auf Eigenmarken zu setzen, die bereits einen bedeutenden Umsatzanteil ausmachen. Dieser Anteil soll in Zukunft weiter ausgebaut werden, wie Hornsteiner betonte.

Im September hat die Mehrheit der Gläubiger des überschuldeten Unternehmens dem vorgeschlagenen Sanierungsplan zugestimmt. Die über 500 Gläubiger werden innerhalb von zwei Jahren eine Quote von 20 Prozent zur Befriedigung ihrer Forderungen erhalten. Die Gesamtschulden betrugen 131,6 Millionen Euro, wobei 49,6 Millionen Euro auf das Finanzamt entfielen.

Die Zustimmung zum Sanierungsplan und zur Vereinbarung mit der Signa-Gruppe, die das operative Kika/Leiner-Geschäft an den österreichischen Handelsmanager und Investor Hermann Wieser verkauft hatte, wurde von Gläubigerschutzorganisationen positiv aufgenommen. Die Zustimmung wurde als beste wirtschaftliche Entscheidung bewertet, um dem Unternehmen die Möglichkeit einer nachhaltigen Sanierung unter neuer Eigentümerschaft zu bieten und die Arbeitsplätze zu erhalten.

Kika/Leiner hatte Mitte Juni Insolvenz angemeldet, kurz nachdem die Immobiliengruppe Signa das operative Geschäft an Hermann Wieser verkauft hatte. Während des Insolvenzverfahrens wurden 23 der 40 Filialen geschlossen, und mehr als 1.600 Arbeitsplätze wurden abgebaut. Die Aufhebung der Insolvenz wird Mitte Oktober, nach Ablauf der Rechtsmittelfrist von drei Wochen, rechtskräftig.

Quellen:

https://www.derstandard.at/story/3000000190046/aus-kikaleiner-wird-kikaleiner

https://www.leadersnet.at/news/73386,kika-leiner-verpasst-sich-zum-neustart-einen-neuen-namen.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Leiner_(Unternehmen)#/media/Datei:Leiner.jpg

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