Die seit mehreren Wochen andauernde kritische Lage im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auf tausende österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in der Region und stellt die heimischen Behörden vor große Herausforderungen. Zu Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran befanden sich laut Außenministerium rund 18.000 Österreicherinnen und Österreicher in der betroffenen Region, darunter etwa 2.300 Reisende. Angesichts der zunehmend angespannten Sicherheitslage wurden die offiziellen Reisewarnungen mehrfach aktualisiert und deutlich verschärft. Die Behörden raten weiterhin eindringlich von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete ab und fordern Österreicherinnen und Österreicher vor Ort dazu auf, die Region nach Möglichkeit zu verlassen.

Die Sicherheitslage wird als äußerst volatil eingeschätzt. Militärische Auseinandersetzungen, unsichere Infrastruktur und kurzfristige Entwicklungen erschweren eine verlässliche Einschätzung. Das Außenministerium betont, dass sich die Situation jederzeit weiter zuspitzen könne und daher laufend neu bewertet werden müsse. Staatsbürgerinnen vor Ort werden dringend aufgefordert, sich in die entsprechenden Krisenvorsorgelisten (reiseregistrierung.at) einzutragen und Kontakt mit den österreichischen Vertretungsbehörden zu halten, um im Ernstfall rasch erreichbar zu sein.
Parallel dazu liefen bereits wenige Tage nach Ausbruch des Iran-Konflikts konkrete Maßnahmen zur Rückholung der Betroffenen. Österreich hat erste Rückholaktionen organisiert, um Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus besonders gefährdeten Gebieten in Sicherheit zu bringen. In einem ersten Schritt konnten 151 Österreicherinnen und Österreicher aus der Krisenregion ausgeflogen beziehungsweise bei der Ausreise unterstützt werden. Insgesamt hat das Außenministerium bislang rund 1.300 Ausreisen organisiert oder begleitet. Diese erfolgen sowohl über koordinierte Evakuierungsmaßnahmen als auch durch individuelle Unterstützung, etwa bei der Organisation von Flügen oder der Kontaktaufnahme mit lokalen Behörden. Die Rückholaktionen gestalten sich jedoch komplex. Aufgrund der angespannten Lage sind Verkehrsverbindungen eingeschränkt oder fallen kurzfristig aus. Daher arbeitet Österreich eng mit internationalen Partnern zusammen, um alternative Routen und sichere Ausreisemöglichkeiten zu schaffen. Diplomatische Vertretungen spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie vor Ort koordinieren und als Anlaufstelle für betroffene Staatsbürgerinnen und Staatsbürger dienen.

Viele Österreicherinnen und Österreicher haben zudem ihre geplanten Reiseaufenthalte in der Region angepasst. Während grundsätzlich die Möglichkeit besteht, Pauschalreisen bei erheblicher Gefährdung kostenfrei zu stornieren, zeigt sich in der Praxis ein anderes Bild: Zahlreiche Reisende entscheiden sich stattdessen für Umbuchungen, um ihre Reise zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten. Reiseveranstalter reagieren darauf mit flexiblen Lösungen, die sowohl Umbuchungen als auch Stornierungen ermöglichen. Die rechtliche Lage für Reisende ist klar geregelt: Liegt eine erhebliche Gefährdung am Reiseziel vor, können Konsumenten von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass individuelle Buchungen – etwa getrennt gebuchte Flüge oder Hotels – unter Umständen anderen Bedingungen unterliegen können. Entsprechend wichtig ist eine genaue Prüfung der jeweiligen Vertragsbedingungen.
Die österreichischen Behörden haben ihre Informations- und Unterstützungsangebote in den vergangenen Tagen deutlich ausgeweitet. Neben laufenden Sicherheitsupdates stehen Hotlines sowie konsularische Dienste zur Verfügung, um Fragen zu klären und Hilfe zu leisten. Ziel ist es, den betroffenen Staatsbürgern möglichst rasch und unbürokratisch Unterstützung anzubieten. Trotz der bereits gesetzten Maßnahmen bleibt die Lage angespannt. Die hohe Zahl an Österreichern in der Region sowie die dynamische Entwicklung der Sicherheitslage erfordern weiterhin ein koordiniertes Vorgehen. Weitere Rückholaktionen können je nach Entwicklungsverlauf der Krise im Nahen Osten notwendig werden.
Offizielle Informationen: Aktuelles Sicherheitsupdate des BMEIA (11. März 2026)
Die oberste Priorität des BMEIA ist die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. Der Krisenstab im Außenministerium tagt daher täglich seit 28. Februar, bewertet die Lage laufend und prüft verfügbare Ausreisemöglichkeiten und notwendige Sicherheitsmaßnahmen. Die Lage bleibt in der gesamten Region gefährlich.
1. Sicherheitslage
In der gesamten Region kommt es weiterhin zu militärischen Auseinandersetzungen und Raketenangriffen. Wir empfehlen dringend, Anweisungen der lokalen Behörden strikt zu befolgen.
Für folgende Länder besteht weiterhin eine Reisewarnung: Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate. Für Oman und Saudi-Arabien gilt Sicherheitsstufe 3 (hohes Sicherheitsrisiko).
2. Ausreisesituation
Es gibt mittlerweile vermehrt Linienflüge nach Österreich und Europa. So sind z.B. täglich Flüge von Dubai nach Wien mit Emirates vorgesehen. Qatar Airways hat den Flugverkehr in einige europäische Hauptstädte wieder aufgenommen. Betroffene Personen werden aufgerufen, ihre Reiseveranstalter oder Fluglinien zu kontaktieren.
3. Unterstützte Ausreisen
Aufgrund des vermehrten Angebots an Linienflügen geht der Bedarf an Unterstützung bei der Ausreise durch das Außenministerium stetig zurück.
- Dem #TeamBMEIA ist es gelungen, mehr als 1.300 Ausreisen mit Bussen und gecharterten Flugzeugen zu unterstützen.
- Insgesamt hat das Außenministerium vier Rückholflüge organisiert, um insbesondere Menschen mit besonderen Bedürfnissen (darunter Schwangere, Familien mit kleinen Kindern und kranke Personen) eine rasche Ausreise zu ermöglichen. Wir haben über 800 Personen mit gecharterten Flugzeugen aus dem Oman, aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückgeholt.
- Über 120 Österreicherinnen und Österreicher sowie Angehörige konnten mit Unterstützung von EU-Ländern und weiteren Partnern (wie der AUA und der OMV) ausreisen.
- Im europäischen Vergleich gehörte Österreich zu den ersten Ländern, die unterstützte Ausreisen mit Bussen und Flugzeugen (gemeinsam mit Partnern) für Österreicherinnen und Österreicher anbieten konnten. Österreich war das erste Land, das eine unterstützte Ausreise mit einem Flieger der AUA am 1.3. aus dem Oman für Menschen mit besonderen Bedürfnissen organisierte. Auch das Angebot unterstützter Busreisen aus Katar nach Saudi-Arabien und eines Evakuierungsflugs aus Saudi-Arabien wurde unter den europäischen Partnern von Österreich als erstem Land organisiert.
- Insgesamt haben die Botschaften in der Region sowie das Bürgerservice des Außenministeriums in 130 Aussendungen alle registrierten Österreicherinnen und Österreicher in der Region über die Sicherheitssituation sowie Ausreisemöglichkeiten für Österreicherinnen und Österreicher informiert sowie rund 5.650 Österreicherinnen und Österreicher individuell betreut.
- Die Botschaften haben auch Österreicherinnen und Österreicher mit besonderen Bedürfnissen wiez.B. einen krebskranken österreichischen Staatsbürger oder einen Österreicher mit Trümmerbruch betreut.
Die Unterstützung bei der Ausreise ist dank des großen Einsatzes unserer Botschaften vor Ort, der Unterstützung durch das Jagdkommando des BMLV und das BMI sowie unserer europäischen Partner möglich.
Die Unterstützung des Außenministeriums zeigt Wirkung. Der Trend setzt sich fort, dass die Zahl der Registrierungen täglich deutlich zurückgeht. Die Zahl der individuellen Ausreisen wird allerdings erst nach der Deregistrierung in den Systemen sichtbar. Alle Personen, die das Krisengebiet bereits verlassen haben, sollen sich bitte ehestmöglich aus der Reiseregistrierung austragen.
4. Betreuung und Erreichbarkeit
Auch weiterhin steht #TeamBMEIA mit seinem rot-weiß-roten Sicherheitsnetz, symbolisiert durch die rot-weiß-roten Krisenjacken, mit den registrierten österreichischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern in der Region in Kontakt. Wir rufen alle dazu auf, sich auf reiseregistrierung.at zu registrieren, regelmäßig die Medien zu verfolgen und sich auf www.bmeia.gv.at zu informieren.
Das Außenministerium koordiniert sich auch weiterhin eng mit europäischen Partnern zur bestmöglichen Unterstützung unserer Bürgerinnen und Bürger und steht rund um die Uhr über die Notfallnummer +43 1 90115 4411 zur Verfügung.
Vereinzelt melden sich noch österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger bei uns, bei denen es offenbar Schwierigkeiten in der direkten Kontaktaufnahme gibt. Wir gehen all diesen Hinweisen umgehend nach und kümmern uns selbstverständlich um diese Einzelfälle. Es ist uns ein Anliegen, alle österreichischen Bürgerinnen und Bürger zu erreichen und ihre rasche Ausreise zu ermöglichen.
Erreichbarkeiten der Botschaften:
Österreichische Botschaft Abu Dhabi: (+971) 50 66 69 728 bzw. (+971) 50 85 90 441
Österreichische Botschaft Amman: (+962) 795 62 85 60
Österreichische Botschaft Doha: (+974) 33 21 14 50
Österreichische Botschaft Kuwait/Bahrain: (+965) 998 061 77
Österreichische Botschaft Maskat: (+968) 7220 0116
Österreichische Botschaft Riyadh: (+966) 557 102 122
Österreichische Botschaft Tel Aviv: (+972) 54 792 1892 bzw. (+972) 53 643 2738
Österreichische Botschaft Beirut: (+961) 39 59 765
Rückfragen & Kontakt
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
BMEIA Presseabteilung
Telefon: +43(0)501150-3320
E-Mail: abti3@bmeia.gv.at
Website: http://www.bmeia.gv.at
Quellen: https://www.meinbezirk.at/oberoesterreich/c-politik/14000-oesterreichische-staatsbuerger-in-krisenregion-davon-500-reisende_a8363111 | https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260305_OTS0148/aktualisiertes-sicherheitsupdate-des-aussenministeriums-zur-aktuellen-situation-im-nahen-osten-5-maerz-2026-stand-1400-uhr | https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260304_OTS0139/reiseverkehr-im-nahen-osten-welche-rechte-reisende-jetzt-haben | https://orf.at/stories/3422011/ | https://www.meinbezirk.at/c-lokales/151-oesterreicher-aus-nahost-krisenregion-heimgekehrt_a8492882 | https://www.krone.at/4066467 | https://www.puls24.at/news/politik/morgenjournal/470316 | https://www.meinbezirk.at/c-lokales/aussenministerium-holt-erste-oesterreicher-aus-dem-nahost-krisengebiet_a8454557 | Nahost-Konflikt: Österreicher:innen buchen um statt zu stornieren » news | tip – Travel Industry Professional | Österreichs Außenamt unterstützte bisher 1300 Ausreisen aus Krisenregion in Nahost – DiePresse.com

