Österreichs Notmaßnahmen

Die Corona-Pandemie verschärft sich weiterhin weltweit, vor allem in Europa. Das Coronavirus SARS-CoV-2 hat nichts von seiner Gefährlichkeit verloren. Mit dem starken Anstieg der Neuinfektionen in Österreich verstärkt die Bundesregierung die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus. Das Reduzieren sozialer Kontakte ist in der aktuellen Situation besonders wichtig, um neue Infektionen und COVID-19-Erkrankungen zu vermeiden.

Seit Montag 0 Uhr befindet sich Österreich zum zweiten Mal im Corona Lockdown. Die neue COVID-19- Notmaßnahmenverordnung bringt über die bereits bestehenden Maßnahmen hinaus verschärfte Ausgangsregelungen und eine weitgehende Schließung von Geschäften. Die Geschäfte zur grundlegenden Versorgung bleiben weiterhin geöffnet.

Österreich wurde wieder in einen Stillstand versetzt, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Ziel des Lockdowns ist es vor allem, die Spitäler vor Triage zu bewahren – also davor, dass Ärzte entscheiden müssen, wer noch die bestmögliche Behandlung erhalten kann.

Geschäfte, Friseure und Dienstleister müssen schließen

Im Handel, bei Friseuren und anderen „körpernahen Dienstleistungen“, wie Kosmetikern oder Masseuren, müssen die Rollläden bis vorerst 6. Dezember herunten bleiben. Wie schon im Frühling dürfen nur wenige Geschäfte offen haben, darunter Supermärkte, Drogerieketten oder Trafiken. Elektrohändler, Modeketten, Möbelhäuser, Schuhgeschäfte und Sportartikelhändler schließen hingegen.

Zusperren müssen auch Piercing- und Tätowierstudios sowie Stylisten und Nagelstudios.  Weiterhin geöffnet bleiben der Agrar- und Tierfutterhandel, Tankstellen, Banken, die Post, Abfallentsorger, Fahrrad- und Kfz-Werkstätten oder Handyshops. Auch der gesamte Lebensmittelhandel sowie der Gesundheitsbereich kann weiterhin geöffnet bleiben. Die Öffnungszeiten sind auf 6 bis 19 Uhr beschränkt.

Schulen stellen auf Distance Learning um

Nachdem Oberstufenschulen bereits seit 3. November auf home schooling umgestellt haben, schließen sich jetzt auch Volksschulen, AHS-Unterstufen, Mittelschulen und Polytechnische Schulen bis 6. Dezember dem Heimunterricht an. Nur an den Sonderschulen wird weiter regulär vor Ort unterrichtet. An allen Einrichtungen wird jedoch Betreuung bzw. pädagogische Unterstützung angeboten.

In den meisten Bildungsdirektionen schätzt man, dass vor allem im Volksschulbereich viele Kinder in die Schule kommen werden. Die Inanspruchnahme der Betreuung wird wohl auch von Standort zu Standort unterschiedlich sein. Für die Kindergärten wird die Besuchspflicht im letzten Kindergartenjahr aufgehoben, aber auch hier ist eine Betreuung für alle Kinder möglich.

Aktuelle Notmaßnahmen

Die Verordnung gilt von 17. November 2020 bis inklusive 6. Dezember 2020. Die Ausgangsbeschränkungen gelten auf Basis der einschlägigen Bestimmungen des COVID-19- Maßnahmengesetzes vorerst bis inkl. 26. November 2020 und müssen nach zehn Tagen wieder durch den Hauptausschuss des Nationalrates bestätigt werden.  Die COVID-19- Notmaßnahmenverordnung ersetzt die bisher geltende COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnnung.

Für ganz Österreich gilt eine ganztägige Ausgangsbeschränkung (0 bis 24 Uhr). Ausnahmen sind beispielsweise der Arbeitsweg, um notwendige Einkäufe zu erledigen, um anderen zu helfen oder für Sport und Bewegung im Freien. Nur eine einzelne Person eines Haushalts darf Mitglieder eines anderen Haushalts treffen.

Genauere Informationen über die Notmaßnahmenverordnung und Ausgangsbeschränkung finden Sie unter https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Aktuelle-Ma%C3%9Fnahmen.html .

In den Pflegeeinrichtungen ist nur noch eine Besuchsperson pro Woche pro Bewohnerin oder Bewohner erlaubt. In den Krankenhäusern gilt das ebenfalls, wenn die Patientin/der Patient mehr als eine Woche versorgt wird. An öffentlichen Orten Mindestabstand halten und im Innenbereich Mund-Nasen-Schutz tragen. Kinnschilder sind verboten. Die Gastronomie und Essenslokale bleiben geschlossen. Speisen und Getränke können zwischen 06:00 und 19:00 Uhr abgeholt oder per Lieferdienst bestellt werden. Veranstaltungen sind abgesagt. Theater, Kinos und Konzertsäle bleiben geschlossen. Ebenso Sportstätten inklusive Hallenbäder.

Zusätzlich zu den bundesweiten Maßnahmen können, laut COVID-19-Maßnahmenverordnung, in Ländern und Bezirken regionale Zusatzmaßnahmen von den Gesundheitsbehörden erlassen werden. Die Corona-Ampel informiert unter https://corona-ampel.gv.at/  über das aktuelle Infektionsrisiko in Österreich in bestimmten Regionen und über aktuelle bundesweite und regionale Maßnahmen.

Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes wurde im gesamten Bundesgebiet ausgeweitet. Es gilt in den meisten öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften, Dienstleistungsbetrieben, Märkten und in der Gastronomie. Der MNS ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der anderen und in Summe damit auch zum Eigenschutz.

Für Menschen aus der Risikogruppe gelten während der Coronavirus-Krise Ausnahmeregeln. Diese Regeln werden bis 31. Dezember 2020 verlängert. Personen, die noch im Erwerbsleben stehen und ein sehr hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, haben damit Anspruch auf Homeoffice bzw. Veränderung der Arbeitsbedingungen.

Schockierende Zahlen

In Österreich hat es am Mittwoch einen traurigen Rekord gegeben. Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind mehr als 100 Menschen binnen 24 Stunden an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer auf mehr als 2.000. Seit Dienstagvormittag wurden 109 weitere Tote gemeldet. Somit gibt es in Österreich bereits 2.054 Tote. Binnen einer Woche waren 490 hinzugekommen – im Schnitt jeden Tag 70 Covid-19-Tote.

Am Mittwoch wurden 7.091 Neuinfektionen gemeldet. Bei 33.128 neu gemeldeten Tests betrug die Positivrate somit 21 Prozent. Im Schnitt kamen in der vergangenen Woche jeden Tag 7.044 Neuinfektionen hinzu. In Summe wurden in der vergangenen Woche knapp 50.000 neue Fälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner betrug am Mittwoch 554.

Die Ärzte sowie Spitäler stoßen immer näher an ihre Grenzen. Die Zahl an Patienten und Intensivpatienten steigt weiter an. 682 Covid-19-Erkankte benötigten am Mittwoch intensivmedizinische Versorgung – 24 mehr als am Dienstag. Binnen einer Woche kamen 146 zusätzliche Patienten auf die Intensivstationen, das entspricht einem Zuwachs von 27 Prozent. Insgesamt mussten am Mittwoch bereits 4.592 Menschen im Krankenhaus behandelt werden – 67 mehr als am Vortag und 835 mehr als vergangenen Mittwoch.

Überlastung von Intensivstationen vermeiden

Die Zahl der in Spitälern behandelten COVID-Patientinnen und Patienten stieg innerhalb der vergangenen Woche weiter stark an. Hält dieser Zuwachs an, würden im November die Grenzen der Kapazitäten in den Intensivabteilungen erreicht werden, so das Gesundheitsministerium in einer Aussendung. Daher sei der harte Lockdown die einzige Chance, eine schwere Überlastung der Intensivstationen zu verhindern. Gesundheitsminister Rudolf Anschober appelliert an die Bevölkerung, die Maßnahmen konsequent umzusetzen: „20 Tage drastische Verringerung der Kontakte – Telefon statt Besuch, 20 Tage wo immer möglich Homeoffice, 20 Tage Verzicht auf Familientreffen und Feiern – und wir können damit das Leben vieler Menschen schützen!“

Der Gesundheitsminister appelliert gleichzeitig an Patientinnen und Patienten, trotz Lockdown Behandlungen und Untersuchungen nicht aufzuschieben und die Gesundheitseinrichtungen wie gewohnt aufzusuchen.

Eine virtuelle Reise durch Wien

Gerade jetzt, in dieser schweren Zeit braucht jeder von uns viel Hoffnung und Mut, um positiv nach vorne blicken zu können. Sehen Sie es als Ablenkung von dem täglichen Stress und eine kurze Auszeit. Begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise durch Wien. https://www.wien.info/de/sightseeing/sehenswuerdigkeiten/wien-virtuell-bewundern?fbclid=IwAR35bYBDBJcjenOWiIs4fxu53A913tNECY4szilMhwLa3ibSKbH9KvfQphI

Quellen:

https://www.news.at/a/coronavirus-oesterreich-11360814

https://www.gesundheit.gv.at/aktuelles/coronavirus

https://www.tt.com/artikel/17530253/arbeitslosenzahlen-steigen-kurzarbeit-rueckt-wieder-in-den-fokus

https://orf.at/corona/daten/oesterreich

Österreich im Lockdown: Ausgangsbeschränkungen nun rund um die Uhr

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