Österreichs Männer-Fußballnationalteam hat Herausragendes geschafft. Mit einem 1:1 am 18. November im abschließenden WM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina in Wien hat sich das ÖFB-Team für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika qualifiziert. Damit kehrt Österreich nach 28 Jahren auf die Bühne des Weltfußballs zurück und nimmt erstmals seit 1998 wieder an einer WM-Endrunde teil. In der Gruppenphase des Turniers trifft das österreichische Team auf Argentinien, Jordanien und Algerien. Lesen Sie wie man an Tickets kommt um den WM-Auftritt des österreichischen Teams live mit zu erleben. Auch das U17-ÖFB-Team ließ im November aufhorchen – mit dem herausragenden Vizeweltmeistertitel.

©Wikimedia

Der Schlüssel zur WM: Das letzte Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina

Das entscheidende Qualifikationsspiel für das ÖFB-Nationalteam fand bereits vor vier Wochen im ausverkauften Wiener Ernst-Happel-Stadion statt: 48.500 Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten im Happel-Oval für aufgeregte Stimmung und lieferten den nötigen Beistand für das entscheidende Match. Die Ausgangslage war klar: Ein Remis würde Österreich reichen, um sich direkt zu qualifizieren und den Umweg über ein Play-Off zu vermeiden – dennoch war der Druck enorm. Für Cheftrainer Rangnick war es das „wichtigste Spiel seit der EM“, für Marko Arnautovic gar das „größte meiner Karriere“. Auch Sportfunktionäre sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik zitterten auf der Tribüne mit.

Der Spielverlauf gestaltete sich schwieriger als erhofft. Bereits früh ging das Team aus Bosnien-Herzegowina in Führung und versetzte dem österreichischen Team einen frühen Dämpfer. Österreich spielte zwar engagiert, tat sich aber zunehmend schwer, gegen die gut organisierte Defensive der Gäste klare Torchancen herauszuspielen. Kurz vor der Pause jubelte das Stadion über einen vermeintlichen Ausgleich durch den Österreicher Konrad Laimer, doch nach VAR-Überprüfung wurde der Treffer aufgrund eines Foulspiels aberkannt. Die Emotionen kochten hoch.

Auch in der zweiten Halbzeit blieb die Partie umkämpft. Österreich erhöhte den Druck, Bosnien verteidigte diszipliniert und ließ nur wenig Raum. Die Zeit schien bereits gegen die ÖFB-Elf zu laufen, ehe in der 77. Minute der Moment kam, der das Spiel – und die Qualifikation – spektakulär entschied. Nach einer gefährlichen Flanke von Marcel Sabitzer brachte Langzeit-Nationalspieler Marko Arnautovic den bosnischen Torhüter in Bedrängnis. Der Keeper lenkte den Ball an die eigene Latte, von wo er nach vorne sprang. ÖFB-Stürmer Michael Gregoritsch reagierte schnell und verwertete aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich. Österreich verteidigte das Unentschieden mit großem Einsatz bis zum Schlusspfiff. Um 22.39 Uhr war die Erleichterung grenzenlos: Spieler, Betreuer und Fans wussten, dass das große Ziel erreicht war. Das österreichische Nationalteam kehrt nach fast drei Jahrzehnten zur Weltmeisterschaft zurück.

„Es war ein schweres Spiel. Wir haben super begonnen, dann fällt das Tor. Ab dem Moment war es extrem schwer, weil es die Bosnier gut gemacht haben und uns die Räume nicht so gegeben haben. Deswegen war wichtig, dass wir ruhig geblieben sind. Dass wir es jetzt geschafft haben, freut mich unbändig und ist der Lohn für die ganze Arbeit, die wir gemacht haben. Es ist eine extrem verschworene Gemeinschaft. Es war einer der Gründe, warum ich vor dreieinhalb Jahren hierhergekommen bin. Dass wir es jetzt geschafft haben, ist eine Bestätigung, dass es die richtige Entscheidung war damals.“
– Ralf Rangnick, ÖFB-Teamchef

„Es ist sehr emotional, ich glaube, dass jeder Einzelne davon geträumt hat, zu dieser WM zu fahren. Ein paar von uns haben es über Jahre versucht, sind aber immer gescheitert. Dass der Traum nun wahr wird, ist was wirklich Besonderes.”
– David Alaba, ÖFB-Kapitän und Real-Madrid-Legionär

30 Jahre WM-Pause für Österreich

Die Euphorie über die erste WM-Teilnahme seit fast 30 Jahren ist zwar groß, das ÖFB-Team müsse aber trotz allem Lob auch an Schwachstellen arbeiten. Sollte man diese bis zur Endrunde ausgleichen, „sind wir wunderbar unterwegs“, meint Österreichs Jahrhundertfußballer und Fernsehexperte Herbert Prohaska. Er war selbst als Spieler bei zwei WM-Endrunden (1978 und 1982) dabei und trainierte auch jenes ÖFB-Team, das 1998 Österreich das letzte Mal zur Weltmeisterschaft geführt hat. „So weiterzukommen und sich zu qualifizieren, etwas Spannenderes und Dramatischeres gibt es gar nicht”, freute sich Prohaska.

Mit dem Ticket für 2026 steht fest, dass Österreich an seiner insgesamt achten WM-Endrunde teilnehmen wird. Nach den Teilnahmen 1934, 1954, 1958 sowie 1978, 1982, 1990 und 1998 ist es zugleich das Comeback nach der längsten WM-Durststrecke der Fußballverbandsgeschichte. Die beste Platzierung erreichte man im Jahr 1954, als Österreich den dritten Platz belegte.

Spannende Gegner des ÖFB-Teams in der Gruppenphase

Die Weltmeisterschaft 2026 wird erstmals mit 48 Teams ausgetragen und findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko statt. Die Auslosung der Gruppenphase erfolgte Anfang Dezember in Washington D.C. Österreich wurde aus Topf 2 gezogen und in Gruppe J gelost. Dort trifft das Team von Ralf Rangnick auf den amtierenden Weltmeister Argentinien mit Weltstar Lionel Messi, auf Algerien sowie auf WM-Debütanten Jordanien.

Der Spielplan für die Gruppenphase steht bereits fest. Österreich bestreitet alle drei Vorrundenspiele in unterschiedlichen US-Städten. Der Auftakt erfolgt am 16. Juni 2026 in Santa Clara bei San Francisco gegen Jordanien um 21 Uhr Ortszeit, was in Österreich dem 17. Juni um 6 Uhr morgens entspricht. Das zweite Gruppenspiel ist der große Schlager gegen Argentinien am 22. Juni in Arlington nahe Dallas um 12 Uhr Ortszeit beziehungsweise 19 Uhr MESZ. Das dritte Spiel findet am 27. Juni in Kansas City um 21 Uhr Ortszeit statt, also um 4 Uhr früh österreichischer Zeit, und bringt das Duell mit Algerien.

Damit wartet auf Team und Fans eine WM-Gruppenphase mit erheblichen Reisedistanzen zwischen Kalifornien, Texas und Missouri – mit weiteren Destinationen, sollte die ÖFB-Elf sich für die K.O.-Phase qualifizieren. Die Spielstätten selbst zählen zu den renommiertesten Arenen Nordamerikas: In Santa Clara steht der moderne Stadiontempel der San Francisco 49ers, in Arlington das mit 94.000 Plätzen größte Stadion des Turniers, die Heimstätte der Dallas Cowboys, und in Kansas City das traditionsreiche Arrowhead Stadium, das als eine der lautesten Spielstätten der amerikanischen NFL gilt.

Stadion in San Francisco, in dem das ÖFB-Team das erste Gruppenspiel bestreiten wird | ©Wikipedia/Usbuong33/Attribution-Share Alike 4.0 International 

Sportlich sorgt die Gruppe J für große Emotionen. Das Duell mit Argentinien bringt das Aufeinandertreffen mit dem amtierenden Weltmeister und Superstar Lionel Messi. Gegen Algerien kommt es zu einem Wiedersehen mit einem historischen WM-Kapitel aus dem Jahr 1982 (Stichwort „Schande von Gijón”). Jordanien wird gegen Österreich sein erstes WM-Spiel überhaupt bestreiten.

„Es ist eine spannende Gruppe. Ich finde es gut, dass wir keinen Europäer haben und auch keinen Gegner, gegen den wir in den vergangenen Jahren schon gespielt haben. Die Entfernungen zwischen den Spielorten sind auch nicht so groß, wir hätten es also deutlich schlimmer treffen können. Es ist auch positiv, dass wir erst relativ spät, am 16. Juni, starten. So haben wir genügend Zeit, um uns zu akklimatisieren. Wir freuen uns riesig, ich glaube auch, dass das ganze Land gerade wieder in einer Fußball-Euphorie ist. Wir können es kaum erwarten, bis es dann im Sommer endlich los geht.”
– Ralf Rangnick

„Das ist eine sehr spannende Gruppe mit sehr interessanten Gegnern. Argentinien ist sicher der schwerste Gegner, Algerien ist glaube ich auch sehr tough, eine sehr gute Mannschaft, und Jordanien ist schwierig einzuordnen, aber sicher verdient dabei und auch kein einfacher Gegner. Aber wir kennen unsere Stärken und Qualitäten.“
– David Alaba

WM als besonderer Aufwand für ÖFB-Organisatoren und Partner

Parallel zur sportlichen Einordnung laufen beim ÖFB die organisatorischen Vorbereitungen. Die Suche nach einem geeigneten Basiscamp für Spieler und Trainerstab während der WM hat oberste Priorität, ebenso die Planung der Testspiele im Vorfeld des Turniers. Geplant sind zwei Länderspiele als Testlauf im März sowie zwei weitere unmittelbar vor Turnierbeginn, wobei der Fokus laut Teamchef Ralf Rangnick auf nicht-europäischen Gegnern liegt. Auch die logistischen Herausforderungen der weiten Distanzen werden in die Vorbereitung einbezogen.

Begleitet wird der WM-Aufbruch auch durch neue ÖFB-Fußballtrikots für Spieler und Fans. Anfang Dezember präsentierten PUMA und der ÖFB das neue Heimtrikot der Nationalteams, das auch bei der Weltmeisterschaft getragen wird. Unter dem Motto „Immer wieder Österreich“ steht es für Zusammenhalt, Leidenschaft und die enge Verbindung zwischen Mannschaft und Fans.

Tickets sind über FIFA zu erwerben

Der Ticketverkauf für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wird offiziell ausschließlich von der FIFA abgewickelt. Der ÖFB erhält – wie alle teilnehmenden Nationalverbände – pro Spiel acht Prozent der jeweiligen Nettokapazität der Stadien. Diese Tickets werden überwiegend an Mitglieder, offizielle Fanclubs, Landesverbände und die Bundesliga vergeben und können über spezielle Access-Codes beantragt werden. Ein „first come, first serve“-Prinzip gibt es nicht.

Für Fans läuft der reguläre Ticketprozess über die Plattform FIFA.com/tickets. Die Vergabe erfolgt im Rahmen einer Zufallsziehung, für die man sich innerhalb eines festgelegten Zeitraums anmelden muss. Der Zeitpunkt der Anmeldung hat keinen Einfluss auf die Erfolgschancen. Erfolgreiche Bewerberinnen und Bewerber werden per E-Mail informiert und erhalten ein Zeitfenster für den Kauf. Die Bezahlung erfolgt automatisch zu einem späteren Zeitpunkt.

Hier geht’s zur Anleitung für den FIFA-Ticket-Verkauf für die WM 2026: Anleitung-WM-Tickets.pdf

Die FIFA setzt zum Großteil auf ein in Nordamerika weit verbreitetes, dynamisches Preismodell. Sogar in der Kategorie drei kostet damit ein Gruppenspiel-Ticket bis zu 300 Dollar. In der Kategorie eins geht der Rahmen für Gruppenspiele von 345 bis 900 Dollar. In der entscheidenden K.O.-Phase des Turniers erhöhen sich die Preise noch einmal deutlich. Achtelfinal-Tickets etwa gibt es in der Kategorie zwei nicht unter 765 Dollar. „Follow your team“-Tickets sind wie bei vergangenen Turnieren bis zum Finale im Voraus via Kreditkarte zu bezahlen. Dabei wird es sich um mehrere tausend Dollar handeln. Für alle Runden, die letztlich doch ohne Österreich über die Bühne gehen, erhält man das Geld zurück.

Die Ticketpreise gelten in der jeweiligen Verkaufsphase als Fixpreise, Schnäppchen sind nicht zu erwarten. Die günstigste, aber rare Preiskategorie vier steht für die Kontingente der Nationalverbände nicht zur Verfügung. Sobald dem ÖFB von der FIFA alle finalen Informationen zu Kontingenten, Preisen und genauen Abläufen vorliegen, wird der Verband über seine offiziellen Kanäle umfassend informieren.  Österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger müssen für touristische Reisen in die drei WM-Gastgeberländer übrigens kein Visum beantragen. Für die Vereinigten Staaten und Kanada muss aber vor der Einreise eine elektronische Reisegenehmigung ausgestellt werden.

Bis dahin gilt: Geduld – und Vorfreude. Denn das Wichtigste steht fest: Österreich ist bei der WM 2026 dabei.

U17-Männer-Nationalteam wird Vizeweltmeister

Ein Fußballspektakel lieferte im November auch Österreichs U17-Männer-Nationalteam, das bei der U17-Weltmeisterschaft in Katar ein Kapitel heimischer Fußballgeschichte aufgeschlagen hat. Nach einer hervorragenden Endrunde und einem 2:0-Erfolg im Semifinale gegen Italien löste die Auswahl von Teamchef Hermann Stadler als erste österreichische Fußballmannschaft überhaupt ein Ticket für ein WM-Finale. Nach einer torlosen ersten Hälfte im Halbfinale sorgte Johannes Moser mit Treffern in der 57. und 93. Minute für die Entscheidung und avancierte einmal mehr zum Matchwinner der rot-weiß-roten Sensationsmannschaft. Vor den Augen von FIFA-Präsident Gianni Infantino und Trainerlegende Arsène Wenger erzielte Moser damit seine Turniertore sieben und acht und setzte sich an die Spitze der Torschützenliste. Als Lohn wartete im Endspiel im Khalifa International Stadium das hervorragende Team Portugal, das sich im zweiten Semifinale nach einem 0:0 gegen Brasilien im Elfmeterschießen durchgesetzt hatte.

Leider blieb im Finale der ganz große Triumph schließlich knapp verwehrt. Nach einem außergewöhnlich starken Turnier musste sich Österreich dem amtierenden Europameister Portugal mit 0:1 geschlagen geben und holte WM-Silber. Den entscheidenden aber umstrittenen Treffer erzielten die Portugiesen in der 32. Minute, nachdem sie zuvor überlegen agiert hatten. Österreich steigerte sich nach der Pause deutlich, lieferte einen intensiven Wettkampf und erspielte sich mehrere Möglichkeiten – konnte das Spiel aber nicht mehr drehen. Zuvor war das ÖFB-Team mit sieben Siegen aus sieben Spielen ins Endspiel eingezogen, hatte sich in der Gruppenphase gegen Saudi-Arabien, Mali und Neuseeland sowie in der K.O.-Phase gegen Tunesien, England, Japan und Italien durchgesetzt. Trotz der Enttäuschung über das verlorene Finale überwog der Stolz über ein Turnier, das landesweit für Euphorie und Spannung sorgte. Nach der Rückkehr aus Katar wurde das U17-Team am ÖFB-Campus in Wien von rund 1.000 Fans feierlich empfangen – als Vizeweltmeister und als Mannschaft, die für den österreichischen Fußball Geschichte geschrieben hat.

Quellen: Es ist vollbracht! Nationalteam fährt zur WM | oefb.at | Fußball: Die Puzzleteile für eine erfolgreiche WM – sport.ORF.at | Fußball: Österreich fährt erstmals seit 1998 zu WM – sport.ORF.at | Fußball: Ersehntes WM-Ticket sorgt für pure Ekstase – sport.ORF.at | Fußball: Jagd nach WM-Tickets wird teures Vergnügen – sport.ORF.at | https://www.oefb.at/oefb/News/Nationalteam-kennt-WM-Gegner | Fußball-WM: ÖFB-Gruppe lässt Herzen höher schlagen – sport.ORF.at | Austragungsorte fix: In diesen Stadien spielt Österreich bei der WM | Österreich trifft bei der Fußball-WM auf Argentinien, Algerien und Jordanien – Nationalteam – derStandard.at › Sport | Fußball-WM : Auf ÖFB-Team warten Reisestrapazen – sport.ORF.at | Fußball-WM: Österreich zieht das große Los – sport.ORF.at | Wie kommt man zu Tickets für die Fußball-WM 2026 und wie viel kosten sie? – Sport – derStandard.at › Sport | WM-Tickets: Neue Verkaufsphase gestartet | oefb.at | https://www.oefb.at/oefb/News/IMMER-WIEDER-OeSTERREICH-PUMA-und-der-OeFB-enthuellen-WM-Trikot | U17-WM: Österreich löst historisches Finalticket – sport.ORF.at | U17 holt nach starkem Turnier WM-Silber | oefb.at | U17-WM: Österreich verliert das Finale gegen Portugal knapp | U17-WM: Österreich verpasst Triumph knapp – sport.ORF.at | https://www.oefb.at/oefb/News/U17-Vizeweltmeister-feierlich-empfangen

0 Kommentare

Antworten

© 2026 Weltbund Österreich | Impressum | Datenschutz

Mit Zugangsdaten anmelden

oder    

Benutzerdaten vergessen?

Benutzerkonto anlegen

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.