Am 24. Jänner 2021 verstarb der österreichische Künstler Arik Brauer im 92-igsten Lebensjahr friedlich im Kreis seiner Familie. „Ich male einfach gern, ich kann nicht anders“, sagt der Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Sänger Arik Brauer über sein Leben als Maler.

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Studium in Wien, Leben in Paris

Arik Brauer kam als Sohn eines Schuhmachers 1929 im Wiener Arbeiterbezirk Ottakring zur Welt. Im Jahre 1957 heiratetet er seine israelisch-jemenitische Frau Naomi Dahabani mit der er drei Töchter hatte.

Brauers Vater starb in einem Konzentrationslager, er selbst überlebte untergetaucht in Wien in einem Versteck. Schon bald studierte Arik Brauer Malerei, Gesang und Tanz an der Akademie der bildenden Künste. Gemeinsam mit den Malern Rudolf Hausner, Ernst Fuchs, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden begründete er die Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Im Jahr 1949 zog es ihn zum ersten Mal nach Paris, ein Jahr später bereiste er mit dem Fahrrad Nordafrika. Sein Studium schloss er 1954 ab.

Im Jahre 1957 ging er wieder nach Paris, wo ihm der künstlerische Durchbruch gelang und seine Töchter Timna und Talia zur Welt kamen. Die dritte Tochter Ruth wurde in Wien geboren.

Mitbegründer des Austropops

Auch in der Musik war er erfolgreich. Das Lied „Sie ham a Haus baut“ erhöhte seine Popularität und stand am Beginn des Austropops in Österreich. Von 1986 bis 1997 war Arik Brauer ordentlicher Hochschulprofessor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Berühmt über die Grenzen war Arik Brauer für seine Bilder. Er gestaltete Bühnenbilder für die Wiener Staatsoper oder die Opéra Garnier in Paris und pendelte zwischen Wien und Israel, wo er in Ein-Hod bei Haifa aus einer Ruine ein paradiesisches Haus errichtete. Im Jüdischen Museum Wien wurden Arik Brauers Werke ausgestellt ebenso wie in Deutschland, England, Frankreich, Norwegen, Italien, Bulgarien, Schweden, Polen und den USA.

Arik Brauer zählte auch zu den Naturschützern. Sein Naturbewusstsein spiegelte sich auch in seinen Bildern wieder. Noch bevor das Wort Umweltschutz geprägt war, wies er auf die negativen Folgen von Technologiegläubigkeit und zerstörerischer Profitgier hin. Im Dezember 1984 war es für ihn daher auch aus mit dem Singen und aus mit dem Malen. Gemeinsam mit tausenden Österreichern besetzte er die Hainburger Au, um gegen die Zerstörung des Naturparadieses friedlich und schlussendlich doch noch singend zu protestieren. Dieses Engagement brachte ihm 1985 den Konrad-Lorenz-Staatspreis für Natur- und Umweltschutz ein.

Im November 2018 erhielt er in Wien das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) nannte Arik Brauer „einen Mahner, aber auch einen Verbinder zwischen den Generationen“: „Sein Einsatz für Demokratie und nicht zuletzt seine Gedenkrede am 8. Mai 2018 zum Kriegsende in Europa werden mir unvergessen bleiben.“ 

Seine letzten Worte waren laut seiner Familie: „Ich war so glücklich mit meiner Frau, mit meiner Familie, mit meiner Kunst und meinem Wienerwald. Aber es gibt eine Zeit, da lebt man, und es gibt zwei Ewigkeiten da existiert man nicht.“

Quellen:

https://www.nachrichten.at/kultur/phantastischer-realist-und-universalkuenstler-arik-brauer-ist-tot;art16,3343320

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