Am vergangenen Sonntagabend wurden im Wiener Volkstheater die 24. Nestroy-Preise verliehen, die herausragende Bühnenproduktionen sowie Künstlerinnen und Künstler der vergangenen Theatersaison ehren. Die Gala, moderiert von Nadja Bernhard und Peter Fässlacher, wurde zeitversetzt von ORF III übertragen. Hier sind die diesjährigen Gewinner:

Die Auszeichnung für die besten Schauspielleistungen erhielten Michael Maertens und Saioa Alvarez Ruiz, während Tomas Schweigen für die „Beste Regie“ geehrt wurde. Die feierliche Gala fand im beeindruckenden Bühnenbild der Volkstheater-Produktion „Apokalypse Miau“ statt, die sich um die Verleihung des Theaterpreises „Destroy“ dreht.

Emmy Werner, die jahrelang das Volkstheater leitete, wurde mit dem Lebenswerk-Preis geehrt. Laudator Karl Markovics würdigte sie als eine Person, auf die die Auszeichnung perfekt zutreffe. In ihrer Dankesrede blickte Werner auf ihren Weg zurück und betonte die Bedeutung des Theaters als Überlebensmittel, das selbst Künstliche Intelligenz nicht ersetzen könne. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Situation mahnte sie zu „Achtsamkeit“.

© Katharina Schiffl

Michael Maertens, bekannt für seine Rolle als Friedrich Hofreiter in Arthur Schnitzlers „Das weite Land“, erhielt seinen dritten Nestroy als bester Hauptdarsteller. Saioa Alvarez Ruiz wurde als beste Schauspielerin für ihre Rolle in Holzingers „Ophelia’s Got Talent“ ausgezeichnet. Die Inszenierung von „Faarm Animaal“ am Schauspielhaus Wien durch Tomas Schweigen brachte ihm den Nestroy-Preis für die beste Regie ein.

Regisseur Jossi Wieler erhielt die Auszeichnung für die „Beste deutschsprachige Inszenierung“ für die eindrucksvolle Uraufführung von Elfriede Jelineks mäanderndem Monolog „Angabe der Person“ am Deutschen Theater in Berlin.

© Katharina Schiffl

Die beste Bundesländer-Aufführung wurde von Claudia Bossard für ihre schillernde Neudeutung „Bunbury. Ernst sein is everything!“ von Oscar Wilde am Schauspielhaus Graz gewonnen.

Der Publikumspreis, durch Online-Wahl von ORF III bestimmt, ging an Nick Romeo Reimann für seine Rolle in Ingeborg Bachmanns „Malina“ am Volkstheater. In seiner Dankesrede setzte Reimann ein politisches Statement und betonte die Bedeutung der Bühne als Ort für Komplexität, Vielfalt und Empathie.

In den neuen Kategorien „Bester Nachwuchs Autor*in, Bühne, Kostüm, Musik“ und „Bester Nachwuchs Schauspiel“ wurden Selma Kay Matter für ihr Klimastück „Grelle Tage“ und Tommy Fischnaller-Wachtler für seine Rolle als Effi Briest in „Effi Briest“ von Moritz Franz Beichl geehrt.

Thomas Perle erhielt den Autor:innenpreis für sein Stück „karpatenflecken“, das eine raffinierte Europa-Reflexion darstellt und vor allem eine Warnung gegen den Nationalismus ausspricht.

Weitere Preise gingen an Nikola Knežević für das Bühnenbild von „Ophelia’s Got Talent“, Die Rabtaldirndln und Nadja Brachvogel für die beste Off-Produktion „Ahnfrauen“, sowie an Victoria Halper und Kai Krösche für die performative Installation „Heimweh“. Dorothee Hartinger wurde für ihre Rolle in „Der Raub der Sabinerinnen“ von Franz und Paul von Schönthan im Akademietheater mit dem Preis für die beste Nebenrolle ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede plädierte Hartinger für das „subventionierte Theater“ als Quelle der Hoffnung.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nestroy-Theaterpreis

https://www.sn.at/kultur/theater/nestroy-preise-mal-148047484

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