Heute um 13 Uhr wurden Alexander Schallenberg zum Bundeskanzler und Michael Linhart zum Außenminister angelobt.

Österreich bekam heute einen neuen Bundeskanzler: Der bisherige Außenminister Alexander Schallenberg wurde als solcher von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt und übernahm damit diesen Posten von Sebastian Kurz. An Schallenbergs Stelle im Außenministerium tritt Michael Linhart, der bisher als österreichischer Botschafter in Paris fungierte.

Kurz selbst zieht sich auf die Abgeordnetenbank zurück: Er bleibt Obmann der Volkspartei und wird zudem Klubchef im Parlament.

Der Grund für den Wechsel an der Spitze ist, dass gegen Kurz Vorwürfe der Falschaussage im parlamentarischen Untersuchungsausschuss, sowie der Untreue und Beihilfe zur Bestechlichkeit laut wurden, weshalb die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt. Obwohl die Unschuldsvermutung gilt, sei Kurz aufgrund der Verdächtigungen „amtsunfähig“, kritisierte nicht nur der grüne Koalitionspartner und forderte eine „untadelige Person“ als Regierungschef. Sebastian Kurz reagierte auf diese Vorwürfe mit seiner Rücktrittserklärung am vergangenen Samstag.

Alexander Schallenberg
Foto: Wikipedia

Alexander Schallenberg, der neue Bundeskanzler

Er wurde am 20. Juni 1969 in Bern, als Sohn eines österreichischen Diplomaten, geboren. Von 1989 bis 1994 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien und an der Université Panthéon-assas (ParisII). Seine akademische Laufbahn schloss er mit dem Studium des Europäischen Rechts am Collége d’Europe in Brügge ab.

Diplomatische Tätigkeit und Positionen

1997 trat er in den diplomatischen Dienst der Republik Österreich ein. Seine Ausbildungsphase im Außenministerium absolvierte er vorwiegend in der Sektion für Angelegenheiten der Europäischen Union. Seine erste Auslandsverwendung führte Alexander Schallenberg als EU-Rechtsexperte an die Ständige Vertretung Österreichs bei der Europäischen Union in Brüssel.

Im Dezember 2005 kehrte er nach Wien zurück und diente der damaligen Außenministerin Ursula Plassnik sowie ihrem Nachfolger Michael Spindelleger als Pressesprecher. In weiteren Funktionen im diplomatischen Dienst der Republik Österreich übernahm er unter anderem die Leitung der Stabsstelle für strategische außenpolitische Planung und die Leitung der Sektion Europa.  Danach leitete er die EU-Koordinationssektion im Bundeskanzleramt.  Am 7. Jänner 2020 wurde er zum Bundesminister für Europäische und Internationale Angelegenheiten angelobt.

Michael Linhart, der neue Außenminister

Michael Linhart wurde am 31. August 1958 in Ankara in der Türkei geboren, wo sein Vater als Diplomat an der österreichischen Botschaft tätig war. Er besuchte die schulische Oberstufe in Feldkirch in seiner Vorarlberger Heimat und maturierte dort im Jahr 1976.


Anschließend daran leistete er in den Jahren 1976 bis 1977 seinen Präsenzdienst beim österreichischen Bundesheer ab, ehe er das Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Salzburg und Wien aufnahm. Im Jahr 1985 promovierte Linhart in Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften. Noch im selben Jahr absolvierte er die juristische Gerichtspraxis.

Diplomatische Tätigkeit und Positionen

Michael Linhart Foto: BMEIA/ Michael Gruber

Im Jahr 1986 trat Michael Linhart in den diplomatischen Dienst ein und wurde zunächst im Außenministerium selbst und anschließend in der Österreichischen Botschaft in Addis Abeba eingesetzt. 1988 erfolgte die Versetzung an die Botschaft in Damaskus, wo Linhart erster Botschaftssekretär und stellvertretender Botschaftsleiter wurde. Vier Jahre später, im Jahr 1992, wurde Linhart Botschaftsrat und stellvertretender Botschaftsleiter in Zagreb, was er bis 1995 blieb.

Im August 1995 wurde Michael Linhart vom damaligen Außenminister Wolfgang Schüssel zum persönlichen Sekretär in seinem Kabinett ernannt, womit er nach Wien zurückkehrte. Nachdem Schüssel im Jahr 2000 zum Bundeskanzler aufstieg, wurde Linhart dessen persönlicher Berater in außenpolitischen Fragen und gleichzeitig zum österreichischen Botschafter in Damaskus bestellt.

Von 2003 bis 2007 leitete er in der Folge als Geschäftsführer die neu gegründete Austrian Development Agency des Außenministeriums. Erneut auf einen Botschafterposten wurde Linhart 2007 berufen, als er österreichischer Botschafter in Athen wurde. 2012 kehrte Michael Linhart nach Österreich zurück, um im Außenministerium Leiter der Sektion für Entwicklungszusammenarbeit zu werden. Am 2. Dezember 2013 folgte dem die Bestellung als Generalsekretär im Außenministerium, womit Linhart höchster Beamter des Ministeriums wurde.

Unter der neuen Außenministerin Karin Kneissl wurde die Bestellung Linharts als Generalsekretär nicht verlängert, weshalb er mit 1. Juni 2018 in dieser Position durch Johannes Peterlik ersetzt wurde. Im Sommer 2018 trat Michael Linhart in der Folge den Posten als österreichischer Botschafter in Paris an.

Privates

Michael Linhart ist verheiratet und hat drei Kinder.

Quelle: Wikipedia

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