GOLDener Erfolg für Österreich 

Nach nur sechs von 16 Wettkampftagen mit Medaillenentscheidungen sind die XXIV. Olympischen Winterspiele in China bereits die sechsterfolgreichsten der Geschichte für Österreich. Mit bisher sechs Goldmedaillen schloss das 106-köpfige ÖOC-Aufgebot an Titeln zu Sotschi 2014, Vancouver 2010 und Innsbruck 1964 auf. Mehr Goldene hat es nur 2006 in Turin mit neun und genauso viele 1992 in Albertville mit sechs gegeben.

Nach den bisherigen Wettbewerben hält Österreich bei den Peking-Spielen bei sechsmal Gold, siebenmal Silber und viermal Bronze. Im Medaillenspiegel liegt das ÖOC-Team mit insgesamt sechs Goldmedaillen hinter Norwegen mit zwölfmal Gold, gefolgt von Deutschland mit neunmal Gold und den USA mit siebenmal Gold, auf Rang vier. Gemessen an der Anzahl der Medaillen ist Österreich mit 17 Medaillen aktuell auf Rang 4.

Matthias Mayer schreibt Ski-Geschichte 

Gold im Super-G in China: Matthias Mayer schreibt einmal mehr Geschichte! Es ist die vierte Olympia-Medaille des Kärntners, die dritte in Gold. Damit übertrumpft er sogar Legenden wie Toni Sailer (1956 dreimal Gold) und auch Hermann Maier (2x Gold, 1x Silber, 1x Bronze).

Mit einer unfassbar starken Leistung krönte sich Matthias Mayer im Super-G zum Olympiasieger und sorgte damit für die erste österreichische Goldmedaille bei den Winterspielen in Peking 2022. Der Kärntner ist damit dreifacher Olympiasieger. 

Bei strahlendem Sonnenschein gelang Matthias Mayer auf dem schwierigen Kurs in Yanqing eine echte Traumfahrt, an der sich vor allem im unteren Teil der Rest des Feldes die Zähne ausbiss. Mit Startnummer 13 distanzierte der 31-Jährige zunächst den zu diesem Zeitpunkt in Führung liegenden Norweger Kilde um fast eine halbe Sekunde, ehe der Amerikaner Ryan Cochran-Siegle direkt nach Mayer nur hauchdünn die Bestzeit verpasste.

Benjamin Karl 

Österreichs Snowboard-Elite hat am Dienstag gleich zwei Medaillen bei den Olympischen Winterspielen erobert. Benjamin Karl holte im Parallel-Riesentorlauf Gold. Er bezwang den Slowenen Tim Mastnak im Finale. Kurz zuvor schnappte sich Daniela Ulbing (AUT) Silber. Sie musste sich nur der tschechischen Titelverteidigerin Ester Ledecká geschlagen geben. 

Karl erfüllte sich im Secret Garden in Zhangjiakou sensationell mit 36 Jahren seinen Lebenstraum und komplettierte damit seinen olympischen Medaillensatz nach Silber 2010 und Bronze 2014. Der Niederösterreicher ist unter anderem auch fünffacher (Rekord-)Weltmeister.

Alessandro Hämmerle triumphiert im Snowboard-Cross

Snowboard-Crosser Alessandro Hämmerle hat bei den Olympischen Spielen in Peking mit Gold seine Karriere gekrönt. Der Seriensieger aus dem Montafon bezwang in einem Fotofinish den Kanadier Eliot Grondin. Mit Julian Lüftner gelang einem zweiten Österreicher der Einzug in das große Finale. Der 29-Jährige belegte den vierten Platz.

Fotofinish brachte die Entscheidung

Grondin war als Vorlaufschnellster und Blitzstarter favorisiert ins Finale gegangen und übernahm am Beginn auch prompt die Führung. Hämmerle, im Semifinale von Grondin noch geschlagen, blieb dem Kanadier allerdings auf den Fersen und holte sich in einer der ersten Kurven auf der Innenbahn die Führung, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Klarheit über den Sieger brachte allerdings erst das Fotofinish. Bronze holte der Italiener Omar Visintin.

Alessandro „Izzi“ Hämmerle krönte damit seine erfolgreiche Karriere – in den vergangenen drei Jahren war er Gesamtsieger im Weltcup der Boarder-Crosser – und beglich bei seinem dritten Start auch seine offene Rechnung mit Olympia. 2014 hatte er in Sotschi mit Materialproblemen zu kämpfen, 2018 in Pyeongchang mit Rennpech. „Es ist mein drittes Mal, zwei Mal hat es nicht geklappt, aber das Leben ging trotzdem weiter“, hatte er vor dem Rennen am Donnerstag gesagt. Beim dritten Mal funktionierte es.

Die beiden weiteren österreichischen Starter Lukas Pachner und Jakob Dusek (3. in der Qualifikation) scheiterten im Achtelfinale. Sie wurden im fünften Lauf Dritter bzw. Vierter und in der Endabrechnung 20. bzw. 25.

Johannes Strolz

Wie der Vater, so der Sohn: Jeweils als einfacher Weltcupsieger zu Olympia gekommen (Hubert im Jänner 1988 in der Kombi von Bad Kleinkirchheim, Johannes im Slalom von Adelboden im Jänner 2022) – und dann gleich mit Kombi-Gold ausgezeichnet. „Dass das dem Johannes heute gelungen ist, ist eine unglaubliche Geschichte“, sagt Strolz senior. 

Live dabei

„Die ganze Familie ist in der Nacht aufgestanden und hat die Abfahrt geschaut. Ich hab’ überlegt: Eigentlich muss er nur sauber runterkommen, weil die Abfahrt da trügt mit dem feinen, kalten, aggressiven Schnee, man hat das ja an den anderen Läufern gesehen. Johannes ist bis jetzt wenig Abfahrt gefahren, das hat er bravourös gemeistert“, lobt der Vater, der die Zeit zwischen den beiden Disziplinen nutzte wie üblich: „Um fünf Uhr bin ich in den Stall zum Melken und Milch wegfahren. Es schwirren einem dann so viele Gedanken durch den Kopf, aber irgendwie hatte ich heute schon das Gefühl, woll, er macht’s. Er war schon in den letzten Tagen immer ganz ruhig und gelassen und hat irgendwie auch ein gutes Gefühl ausgestrahlt. Dass ihm das heute gelungen ist, ist einfach nur schön.“

Die Premiere

Hubert und Johannes Strolz sind die erste alpine Vater-Sohn-Paarung, die Olympia-Gold in derselben Disziplin geholt hat. „Das ist Wahnsinn“, sagt der 59-jährige Senior. „Ich freu’ mich wirklich, vor allem für den Johannes, weil er mit Leib und Seele den Skisport liebt und sich das selber erarbeitet hat. Er war so hartnäckig und ist so lange drangeblieben, er hat nie aufgegeben. Das ist jetzt der Lohn für seine Konsequenz.“

Geht es nach der Statistik, war es noch lange nicht das Ende der Erfolge von Strolz junior. Denn der Vater stand insgesamt 34 Mal auf dem Weltcup-Podest, und es ist ja wirklich kaum zu glauben: Es sollte bei dem einen Sieg von Hubert Strolz bleiben. Doch in 137 Rennen stand er insgesamt 34 Mal auf dem Podest. Und das ist wahrlich auch eine Leistung.

Bei den Olympischen Winterspielen in Peking fuhr der Polizist und Spitzensportler Johannes Strolz am 10. Februar 2022 zur Goldmedaille in der Alpinen Kombination. Silber ging an den Norweger Aleksander Aamodt Kilde, Bronze an den Kanadier James Crawford. Im Bewerb „Snowboard Cross“ erreichte der Polizeischüler und Spitzensportler Julian Lüftner am 10. Februar 2022 den vierten Platz.

Innenminister Gerhard Karner gratulierte den beiden Polizei-Spitzensportlern zu dieser großartigen Leistung. „Johannes Strolz hat auch nach sportlichen Rückschlägen nie aufgegeben und sein hartes Training nun mit einem Olympiasieg gekrönt. Ich freue mich für ihn und gratuliere ganz herzlich zu seiner Goldmedaille.“

Karner ergänzte: „Schade, dass es für Julian Lüftner nicht ganz auf das Stockerl gereicht hat. Ein vierter Platz unter der Weltspitze bei den Olympischen Spielen ist aber eine ausgezeichnete Leistung. Ich bin stolz auf unsere Polizei-Spitzensportler.“

Strolz, der mit zwei Jahren das erste Mal auf Skiern stand, ist seit 1. September 2014 bei der Polizei und im Spitzensportkader des Bundesministeriums für Inneres. Sein bisher größter Erfolg war der Sieg beim Weltcup-Slalom in Adelboden am 9. Jänner 2022. Lüftner ist seit 1. Oktober 2018 Polizeischüler und im Spitzensportkader des Innenministeriums.

Anna Gasser wiederholt Olympiasieg im Big Air

Anna Gasser schreibt Snowboard-Geschichte. Die Kärntnerin wiederholte im Big-Air-Bewerb von Peking ihren Olympiasieg. 

In einem packenden Big-Air-Finale setzte sich die 30-Jährige mit 185,50 Punkten deutlich vor der neuseeländischen Topfavoritin Zoi Sadowski-Synnott (177,00 Punkte) durch. Bronze ging an die Japanerin Koomo Murase (171,50). Damit bleibt Gasser die einzige Big-Air-Olympiasiegerin. 

Dabei lag die Kärntnerin bis zum letzten Sprung hinter Sadowski-Synnott, die schon Slopestyle-Gold holte, zurück. Nach einem Frontside Double Cork 1080 und einem Sicherheitssprung im zweiten Durchgang lag Gasser vor dem letzten Versuch an der zweiten Stelle, packte im Finale allerdings einen Cap Couble Cork 1260 aus. Und sprang damit zu Gold. 

Perfekter Olympia-Abschluss: ÖSV-Adler holen Gold im Teambewerb

Österreichs Skispringer sorgten für einen goldenen Abschluss der Skisprungbewerbe in Peking. Das Quartett Stefan Kraft, Daniel Huber, Jan Hörl und Manuel Fettner landete im Teambewerb den großen Erfolg und sicherte sich die Goldmedaille. Am Ende lagen die vier Österreicher 8,3 Punkte vor Slowenien. Bronze ging an das deutsche Team, das sich mit acht Zehntelpunkten gegen Norwegen durchsetzte.

Die Positionen auf dem Stockerl wechselten ständig. Nach Auftaktsspringer Stefan Kraft war Österreich nur Fünfter, zur Halbzeit lag das Team von Andreas Widhölzl dann schon an zweiter Stelle. Mit nur neun Punkten Rückstand auf Slowenien war die Goldmedaille noch in Reichweite, aber dicht dahinter lauerte die starke Konkurrenz aus Norwegen, Deutschland, Polen und Japan.

Führung dank Kraft

Im zweiten Durchgang kam Stefan Kraft zwar nur auf 121,5 Meter, doch angesichts der widrigen Windverhältnisse war das ein sensationeller Sprung, der dem österreichischen Team erstmals in diesem Bewerb die Führung brachte.

Für Stefan Kraft, dreifachen Einzel-Weltmeister, ist es die erste Olympia-Medaille in seiner Karriere. 

Danach war Daniel Huber an der Reihe, der bei starkem Rückenwind 129 Meter weit sprang und zurecht jubelte. Die Führung wechselte wieder zu den Slowenen, aber die Österreicher bauten den Vorsprung auf Norwegen und Deutschland aus und zementierten den zweiten Platz.

Dank Jan Hörl führten die ÖSV-Adler vor der entscheidenden letzten Runde das Feld an. Der Pongauer sprang 137,5 Meter weit, Österreich ging mit 5,3 Punkten Vorsprung auf Slowenien in die Schlussrunde. Norwegen (+17,2) und Deutschland (+19,8) waren zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Goldrennen.

Erste Goldmedaille seit 2010

Manuel Fettner hatte die Ehre, als Schlussspringer die österreichische Medaille ins Trockene zu bringen. Er bekam es im Kampf um Gold mit dem Slowenen Peter Prevc zu tun: Der Slowene landete bei 127 Metern, eine Weite, die Manuel Fettner überflügeln sollte.

128 Meter – das bedeutet die Goldmedaille 

Cheftrainer Andreas Widhölzl war danach auch zu Tränen gerührt. Selbst war er 2006 Teil des „Gold-Teams“ von Turin. „Es war cool, vor allem spannend. Ich freu mich voll“, sagte Widhölzl. „Sie haben einen super Job heute gemacht, es waren echt schwierige Verhältnisse. Jan ist heute sensationell gut gesprungen. Der Krafti hat zwar ein bisschen wackelig angefangen, hat sich aber super gesteigert, der Dani war auch stark und der Fetti hat es heimgebracht“, freute sich der Tiroler.

Widhölzl hob auch die Betreuerleistung vor. „So ein Teambewerb ist auch die Leistung von der der ganzen Mannschaft, auch von den Betreuern, die das ganze Jahr hackeln, von April bis jetzt.“ Das Mitzittern war für Widhölzl alles andere als einfach. „Ich bin schon lang dabei gewesen, als Athlet und auch als Trainer ein paar Jahre. So nervös war ich schon lange nicht mehr und ich habe mich echt versteckt, dass ich nicht zuschauen muss. Aber ich habe voll vertraut auf die Athleten, sie haben gut gearbeitet die letzten Tage. Wir haben einen irrsinnig guten Team-Spirit, sie haben es sich verdient.“

Olympischen Winterspiele 2022

In Peking finden aktuell die Olympischen Winterspiele statt. Hier finden Sie den Zeitplan von Olympia 2022 mit allen Terminen, Wettkämpfen und Entscheidungen.

Am 4. Februar 2022 wurde zum 24. Mal das Olympische Feuer entzündet. Die Eröffnungszeremonie im National Stadium in Peking ist der Startschuss für Olympia 2022 und somit für insgesamt 109 Wettkämpfe in sieben Sportarten und 15 Disziplinen. Mit der Abschlussfeier am 20. Februar werden die Spiele in China enden.

Die Stadien der Olympischen Winterspiele 2022 befinden sich an drei unterschiedlichen Standorten. Die Eröffnungs- und Abschlusszeremonien finden in Peking selbst statt. Außerdem hostet die chinesische Hauptstadt das Eishockey-Turnier, die Curling-Wettkämpfe, alle Eislauf-Disziplinen sowie das Freestyle-Skiing und Snowboarden.

Olympia 2022: Peking, Yanqing und Zhangjiakou – Die Austragungsorte

Unweit entfernt befindet sich der Bezirk Yanqing. Dort werden die Bob-Wettkämpfe und Ski Alpin-Rennen für Olympia 2022 ausgetragen.

In Zhangjiakou, etwa 180 Kilometer von Peking entfernt, kommen Biathlon-Fans auf ihre Kosten. Im Nordischen Ski- und Biathlonzentrum Kyangshu werden die Athletinnen und Athleten im Skilanglauf, der nordischen Kombination und den Biathlon-Disziplinen gegeneinander antreten. Außerdem findet dort das Skispringen und Teile des Freestyle-Skiing und Snowboardens statt.

Wie sieht es mit Tickets für Olympia 2022 aus? Weil die Corona-Pandemie nach wie vor weltweit wütet, werden Tickets ausschließlich an „Zuschauer mit Wohnsitz auf dem chinesischen Festland verkauft“, wie es auf der offiziellen Olympia-Website heißt.

Sportarten bei Olympia 2022: Was hat sich geändert?

Die Olympischen Spiele werden üblicherweise in sieben verschiedenen Sportarten ausgetragen. Auch in Peking bleibt die Zahl der Sportarten unverändert: Biathlon, Bobsport, Curling, Eishockey, Eislauf, Rennrodeln, Skisport.

In sieben Sportarten mit 15 Disziplinen bei Olympia 2022 werden 109 Wettkämpfe ausgefochten, 52 davon für Männer, 46 für Frauen und elf gemischte Wettbewerbe. Im Vergleich zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang ist der Umfang der Wettbewerbe bei Olympia 2022 um sieben Wettkämpfe erweitert worden. 

Folgendes hat sich geändert:

Biathlon: Die 2×6/2×7,5-km-Mixed-Staffel wird durch eine 4×6-km-Mixed-Staffel ersetzt

Shorttrack und Skispringen: Es kommt jeweils ein Mixed-Teamwettbewerb hinzu

Bobsport: Der Monobob für Frauen wird in das Olympia-Programm aufgenommen

Fresstyle-Skiing: Es wird ein Mixed-Teamwettbewerb im Springen ausgetragen sowie ein Big Air-Wettkampf für Männer und für Frauen

Snowboard: Der Mixed-Teamwettbewerb im Snowboardcross wird olympisch

Quellen:

https://www.derstandard.at/story/2000133188936/snowboarddaniela-ulbing-holt-silber-imolympia-riesentorlauf

https://www.oesv.at/news/mayer-jubelt-uber-gold-im-super-g/

https://bmi.gv.at/news.aspx?id=6D59577552434B6A4531673D

https://www.sn.at/sport/olympia-2022/naechstes-olympia-gold-fuer-oesterreich-alessandro-haemmerle-triumphiert-im-snowboard-cross-116827600

https://www.oesv.at/ski-alpin/

https://www.heute.at/s/live-anna-gasser-springt-im-big-air-um-edelmetall-100190263

0 Kommentare

Antworten

© 2022 Auslandsösterreicher Weltbund | Impressum | Datenschutz

Mit Zugangsdaten anmelden

oder    

Benutzerdaten vergessen?

Benutzerkonto anlegen