Vergesst die österreichischen Staatsbürger im Ausland nicht! 

Bei der jetzt von den politischen Parteien initiierten Diskussion um erleichterten Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft, gehen die legitimen Interessen der etwa 580.000 österreichischen Staatsbürger, die weltweit im Ausland leben, unter. Die Wogen und das Hin und Her in der politischen Diskussion über eine erleichterte zeitliche Zulassung von Ausländern zur österreichischen Staatsbürgerschaft gehen hoch. Dr. Jürgen Em, der Präsident des AUSLANDSÖSTERREICHER-WELTBUNDES, der Interessenvertretung von fast 600.000 österreichischen Staatsbürgern im Ausland und von ca. 1 Million ehemaligen oder abstammungsmäßigen Österreichern, sowie Dachverband der weltweit organisierten Österreicher Vereine, fordert die Politiker aller Parteien auf, bei der Diskussion über Staatsbürgerschaft nicht die Anliegen der österreichischen Staatsbürger im Ausland bezüglich einer Doppelstaatsbürgerschaft zu vergessen. 

Die Österreicher im Ausland sind oft aus beruflichen oder familiären Gründen gezwungen die Staatsbürgerschaft im Gastland anzunehmen. Dabei verlieren sie aber meist ihre österreichische Staatsbürgerschaft nach den restriktiven Bedingungen des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes, welches eines der restriktivsten in Europa, aber auch in der Welt ist. Eine Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft, die von den jeweiligen Bundesländern genehmigt werden muss, ist oft schwer zu erlangen. Warum bürgert Österreich seine heimatverbundenen Staatsbürger im Ausland aus? Dabei hätte Österreich nur Vorteile bei einer Beibehaltung. Die Schweiz ist hier viel vernünftiger unter dem Motto, dass Auslandsschweizer, auch wenn sie eine fremde Staatsbürgerschaft annehmen, im Herzen immer Schweizer bleiben und dem Heimatland wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell von Nutzen sind. Warum ziert sich Österreich und erkennt nicht die Chance, die sich durch eine Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft bei Annahme einer fremden ergibt? Auslandsösterreicher sind oft beruflich im Ausland erfolgreich, sei es als Wirtschaftler, Wissenschaftler oder in anderen Berufen. Diese Erfahrungen kann Österreich nutzen. Was ist zum Beispiel, wenn ein erfolgreicher Österreicher wieder zurück in die Heimat kommen will, aber ihm inzwischen die österreichische Staatsbürgerschaft aberkannt worden ist und er am Arbeitsmarkt bürokratische Hemmnisse hat, die er nicht hätte, wenn er oder sie Österreicher geblieben wäre?

In einer modernen globalen Welt gehört das österreichische Staatsbürgerschaftsgesetz dringend reformiert, vor allem auch was die Gewährung von Doppelstaatsbürgerschaften, also Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft bei zusätzlicher Annahme einer anderen, betrifft. Man diskutiert derzeit kontrovers über erleichterte Zulassung zur österreichischen Staatsbürgerschaft von Ausländern, aber die Aberkennung der Staatsbürgerschaft von österreichischen Mitbürgern und Nichtgewährung einer Beibehaltung, nimmt man in Kauf. Hier gehe für Österreich ein Potenzial an Erfahrung und Engagement verloren, sagt Präsident Dr. Em. 

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