Liebe Österreicherinnen und Österreicher im Ausland,
Liebe Mitglieder und Freunde Österreichs!

Leise fallen weiße Flocken
auf die dunkle Erd´ hernieder,
und sie künden mit Frohlocken:
„Weihnachten ist heute wieder“.

Leuchtend fallen Sterne nieder,
zünden an Millionen Kerzen,
bringen Licht ins Dunkel wieder,
Freude in bedrängte Herzen.

Kinder jubeln vor Entzücken
und für Stund´ geht Leid verloren,
jeder kann ihn ja erblicken
den Erlöser, der geboren.

Innig falten sich die Hände,
Hoffnung zieht ins Herz hinein.
Bring oh Herr durch diese Wende,
neues Licht in unser Sein!

(Gertrud Em, Weihnachten 1947)

Dieses Weihnachtsgedicht meiner Mutter, welches sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschrieben hat und ich immer als Kind und auch später unter dem Weihnachtsbaum aufgesagt habe, drückt die Hoffnung der Überwindung der furchtbaren Schrecken des Krieges, mit Zerstörung und Verlust von lieben Menschen und stark eingeschränktem Schulunterricht aus. Die Hoffnung auf neues Licht, welches aus dem Dunkeln führt. Die Menschen haben gemeinsam angepackt um die neue Zukunft wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell zu gestalten. Es war Aufbruchsstimmung und alle waren froh, dass die Dunkelheit der vergangenen Zeit überwunden schien. Wir alle haben uns an die besseren Zeiten gewöhnt und mancher hat sie als selbstverständlich hingenommen. Umso betroffener waren wir jetzt alle als die COVID-19 Pandemie plötzlich in unser Leben einbrach.

Im Zweiten Weltkrieg konnten die Menschen wenig selbst machen, sich höchstens in Kellern schützen. Heute bei der Überwindung der COVID-19 Pandemie können wir selber uns und die Gesellschaft schützen, indem wir für uns und die Anderen Verantwortung übernehmen, die Hygienevorschriften beachten, Masken tragen, den Spaß zurückstellen, die notwendigen Regeln beachten und auf andere achten, indem wir verantwortungsvoll handeln. Wir können es selbst teilweise in die Hand nehmen. Auch die Politiker können dazu beitragen, indem sie gemeinsam das Ziel der Überwindung der Pandemie verfolgen und nicht versuchen ihre parteipolitischen Interessen in den Vordergrund zu stellen. Man kann unterschiedliche Lösungsansätze diskutieren, aber es sollte konstruktiv und nicht parteipolitische Ziele verfolgen. Wir haben die Politiker für verantwortliches Handeln zum Wohle der Bürger gewählt, ganz gleich ob in der Regierung oder Opposition, und nicht für parteipolitischen Streit. Dazu ist die Lage für die Menschen zu ernst.

Die Wissenschaft war und ist gefordert und als Weihnachtsgeschenk legt sie uns eine Impfung unter den Weihnachtsbaum.

„Hoffnung zieht ins Herz hinein“ und vielleicht bringt die „weihnachtliche Wende neues Licht in unser Sein“ und führt uns aus der Dunkelheit der Pandemie wieder in ein gesellschaftliches, wirtschaftliches, kulturelles Leben, wie wir es vorher hatten.

Ich wünsche uns allen ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest im Kreise der Familie und der Lieben. Es wird für viele von uns anders als gewohnt sein. Feiern wir es so verantwortungsvoll, dass wir im nächsten Jahr alle wieder gemeinsam feiern können und keiner verloren geht. Kümmern wir uns auch um die Einsamen. Ein weihnachtlicher Anruf ist vielleicht geschenkte Freude.

Ich wünsche auch ein glückliches, vor allem gesundes neues Jahr, in dem wir hoffentlich wieder, wie vorher gewohnt, gesund zusammenfinden. Vielleicht beim Auslandsösterreicher -Treffen vom 2. – 5. September 2021 in Wien.

Wir dürfen nicht die Geduld verlieren! Wir haben noch ein Stück Weg vor uns. Doch das Licht am Ende des Tunnels ist hoffentlich bereits sichtbar.

Dr. Jürgen Em
Präsident des Auslandsösterreicher Weltbundes

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